Zolliker Jahresrechnung 2025 leicht im Minus

14. April 2026
Die Jahresrechnung der Gemeinde Zollikon weist einen Aufwandüberschuss von 3,6 Millionen Franken aus und entspricht damit nahezu dem Budget.

Mit einem Gesamtertrag von 207,4 Mio. Franken und einem Gesamtaufwand von 211,0 Mio. Franken schliesst Zollikons Jahresrechnung im Minus. Trotz des negativen Abschlusses von 3,6 Mio. Franken zeigt sich Finanzvorsteherin Sylvie Sieger zufrieden: «Die Rechnung entspricht nahezu dem budgetierten Wert. Eine Punktlandung, die zeigt, dass wir die finanzielle Entwicklung der Gemeinde realistisch eingeschätzt haben.» Zugleich verweist sie auf bedeutende Verschiebungen im Vergleich zur Budgetierung.

Sowohl der Aufwand als auch der Ertrag fielen um jeweils 1,8 Mio. Franken tiefer aus als budgetiert. Die Steuererträge blieben insgesamt 1,2 Mio. Franken unter den Erwartungen. Das Nettovermögen reduzierte sich planmässig um 13,2 Mio. Franken auf neu 95 Mio. Franken. Der Selbstfinanzierungsgrad beträgt 51 Prozent.

Investitionen deutlich unter Budget

Das geplante Investitionsvolumen von rund 38 Mio. Franken konnte nicht vollständig umgesetzt werden. Tatsächlich realisiert wurden 21,1 Mio. Franken. Verzögerungen bei zentralen Vorhaben – insbesondere bei der Sanierung der Schwimmanlage Fohrbach sowie bei Projekten im Schulhaus- und Betreuungsbereich Rüterwis – führten zu einer Realisierungsquote von lediglich 51 Prozent. «Kurzfristig entlasten die tieferen Investitionen die Rechnung, weil auch die Abschreibungen geringer ausfallen», erklärt Sylvie Sieger. «Langfristig entsteht dadurch jedoch ein Investitionsstau, den wir konsequent abbauen müssen.»

Umgliederung von Baurechtsgrundstücken

Einen weiteren Effekt hatte die Umgliederung von Baurechtsgrundstücken, die Wohnbaugenossenschaften zu günstigen Konditionen zur Verfügung stehen. Aufgrund ihrer langfristigen Bindung an den gemeinnützigen Wohnungsbau wurden diese Grundstücke vom Finanz- ins Verwaltungsvermögen überführt. Damit verbunden war eine Wertberichtigung von 6 Mio. Franken. Dies wirkt sich auf das ausgewiesene Nettovermögen aus, hat jedoch keinen Einfluss auf die Liquidität der Gemeinde.

Die Steuererträge entwickelten sich insgesamt uneinheitlich. Rückläufige ordentliche Steuern im laufenden Jahr konnten teilweise durch höhere Erträge aus Vorjahren kompensiert werden. Negativ wirkten sich hingegen tiefere Quellensteuern aus, während die Grundstückgewinnsteuern deutlich über den Erwartungen lagen.

Stabilität trotz Mehrkosten in einzelnen Bereichen

Entlastend wirkte insbesondere das Pflegezentrum Blumenrain, das dank einer höheren Auslastung ein besseres Ergebnis erzielte als budgetiert. Auch in der Informatik sowie im Bereich Liegenschaften fielen die Aufwendungen tiefer aus als erwartet. Mehrkosten entstanden hingegen aufgrund höherer Fallzahlen in der wirtschaftlichen Hilfe, zusätzlicher Ausgaben im Schulbereich sowie erhöhter Kosten in der Entsorgung infolge Neuvergabe des Auftrags.

«Die finanzielle Situation der Gemeinde bleibt insgesamt stabil», bilanziert Sylvie Sieger. Die bereits geplanten Investitionen in die Infrastruktur seien weiterhin realisierbar. Die Jahresrechnung wird der Gemeindeversammlung vom 17. Juni 2026 zur Genehmigung vorgelegt.

Medienmitteilung