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Massnahmen zur Bewältigung der Energiekrise

16. November 2022

Die Energieversorgung kann im Winter angespannt sein aufgrund der möglichen Gaslieferunterbrechungen in Europa und weiteren Unsicherheiten. Zusammen mit verschiedensten Akteuren ist der Bundesrat daran, die Versorgungssicherheit der Schweiz laufend zu stärken. Verschiedene Massnahmen wurden bereits getroffen, um Reserven zu schaffen, die Abhängigkeit von Öl und Gas zu reduzieren, und einheimische, erneuerbare Energien zu stärken.

Auch die Gemeinde Zollikon hat angesichts der drohenden Strom- und Gasmangellage Vorbereitungsmassnahmen sowie Massnahmen zur Energieverbrauchsoptimierung getroffen. Es sind dies die folgenden: 

  • Netzersatzanlage für das Gemeindehaus: Die Netzersatzanlage an der Dachslerenstrasse 10 für die Versorgung des Gemeindehauses wird wieder in Betrieb genommen, um in einem Notfall das Gemeindehaus mit elektrischer Energie versorgen zu können. Mit einer Notstromversorgung des Gemeindehauses könnte eine minimale Infrastrukturversorgung und Kommunikation der Bevölkerung während längerer Zeit bei einem Stromtotalausfall aufrechterhalten werden. Das Gemeindehaus verfügt auch über einige Aufenthalts- und Sitzungszimmer sowie eine kleine Küche, die für die Notversorgung der Bevölkerung zur Verfügung gestellt werden könnte.
     
  • Versorgung Bergstrasse 10 und WPZ Blumenrain: Das Gebäude der Bergstrasse 10 wird inskünftig mit einer Solaranlage ausgerüstet. Im Falle eines Stromunterbruchs liefert die Solaranlage keinen Strom, auch nicht für den Eigengebrauch. Es besteht jedoch die Möglichkeit die Anlage mit einer Batterie auszurüsten, damit sie bei einem Stromunterbruch das Gebäude weiterhin mit Strom versorgen könnte. Aufgrund der besonderen Bedeutung des Feuerwehr- und Polizeigebäudes für die Notfallversorgung der Gemeinde ist das Ressort Liegenschaften mit den weiteren Abklärungen betraut worden. Auch wurde dieselbe Abteilung damit beauftragt, die Möglichkeiten für die Erstellung einer Photovoltaik-Anlage mit Stützbatterie im WPZ Blumenrain zu prüfen.
     
  • Fohrbach: Die Anlage ist die grösste Energieverbraucherin der Gemeinde und verbraucht jährlich ca. 1,2 Mio. kWh Strom, was dem Normverbrauch von rund 260 Einfamilienhäusern (4'500 kWh/Jahr) entspricht und 0,8 Mio. kWh Gas (Stand 2021). Ohne betriebliche Einschränkungen wie z.B. der Schliessung der Sauna kann der Stromverbrauch im laufenden Betrieb nicht wesentlich reduziert werden. Die Beleuchtung wird bereits soweit wie möglich reduziert. Die Einsparungen sind aber marginal, da es sich weitgehend um LED-Lampen handelt. Im Falle einer Kontingentierung des Stroms wird in einer ersten Phase die Sauna und das Wellnessbecken und einer 2. Phase die ganze Anlage geschlossen.
    Die Warmwasseraufbereitung und die gesamte Wärmeerzeugung im Schwimmbad Fohrbach erfolgt grösstenteils mit einer Holzschnitzelheizung. Nur bei kalten Temperaturen wird die Gas- oder Ölheizung zugeschaltet. Aufgrund einer Empfehlung des Bundesrates vom 23. September 2022 wurde die sekundär Heizung im Schwimmbad Fohrbach bereits auf Öl umgestellt. Sollte bei sehr kalten und anhaltenden Aussentemperaturen zusätzlich Wärmebedarf bestehen, der mit der Ölheizung abgedeckt werden müsste, werden die Wasser- und Lufttemperaturen im Bad um mind. ein Grad gesenkt.
     
  • Öffentliche Beleuchtung: Auf die öffentliche Weihnachtsbeleuchtung wird dieses Jahr verzichtet. Der Spareffekt dabei ist klein (ca. 2400 kWh), es geht jedoch darum gegenüber der Bevölkerung in Sachen Strom sparen ein Zeichen zu setzen.
    Bei der Strassenbeleuchtung spart Zollikon bereits das Maximum ein, indem die Strassenbeleuchtung werktags von 01.00 Uhr bis 05.00 Uhr jeweils abgestellt wird.
     
  • Notfalltreffpunkte in Zollikon und Zollikerberg: Die beiden Notfalltreffpunkte in Zollikon und Zollikerberg wurden eingerichtet und die Inbetriebnahme in einem Notfall ist organisiert. Auch sind diese mit Notstromgeneratoren ausgerüstet. Die Notfalltreffpunkte dienen der Bevölkerung bei einem Blackout als erste Anlaufstelle.
     
  • Interne Massnahmen: Die internen Massnahmen gelten für sämtliche Mitarbeitende und für das Gemeindehaus. So werden die Büroräumlichkeiten um 2°C gesenkt, die Temperatur in den wenig genutzten Räumlichkeiten um noch mehr reduziert. An den Waschtischen gibt es nur noch Kaltwasser und die Beleuchtung in den Gängen wurde reduziert. Sämtliche Mitarbeitenden wurden zudem darauf hingewiesen, dass Computer, Drucker, Kaffeemaschinen etc. ausserhalb der Arbeitszeiten komplett abzuschalten sind; die Büroräumlichkeiten nur kurz zu lüften; bei Arbeitsende die Fenster- und Rollläden zu schliessen sind und keine persönlichen Kleingeräte wie Heizlüfter, Radiatoren, Kühlschränke u.a. erlaubt sind.

 

Weitere Informationen 

 

Energiemangellage – Wie sich die Gemeinden vorbereiten: Im Kundenmagazin Nr. 28/November 2022 der Werke am Zürichsee erklären die drei Gemeindepräsidenten von Zollikon, Küsnacht und Erlenbach, wie sich die Gemeinden vorbereiten.

Aktuellen Energiethemen werden auch in der Sonderausgabe der Werke am Zürichsee behandelt mit vielen Tipps zu Vorbereitungsmassnahmen und Verhaltenshinweise. 

Sparempfehlungen: Energie ist knapp. Verschwenden wir Sie nicht: Sparempfehlungen des Bundes.

Symbolbild Glühbirne