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Neubau WPZ Blumenrain, Projektkredit

26. Mai 2011
Die beiden Zolliker Heime Beugi und Am See wurden als Alters- und nicht als Pflegeheime gebaut. Sie sind baulich und haustechnisch in einem schlechten Zustand und genügen auch funktional den Anforderungen eines Pflegebetriebes nicht mehr. Der heutige Betrieb an zwei Standorten ist personalaufwändig, der Unterhalts- und Reparaturaufwand für die am Ende der Nutzungsdauer angelangten Heime nimmt stetig zu. Das WPZ Blumenrain soll die bisherigen Einrichtungen Beugi und Am See ersetzen. Durch Zusammenfassen des Betriebes an einem einzigen Standort werden die Voraussetzungen geschaffen für optimierte Betriebsabläufe. Das Angebot wird wie schon heute maximal 110 Pflegeplätze umfassen. Das geplante Wohn- und Pflegezentrum (WPZ) Blumenrain stellt im Bereich der stationären Betreuung pflegebedürftiger Menschen in den nächsten Jahrzehnten ein wichtiges Standbein in der Zolliker Alterspolitik dar. Eine Sanierung beider alten Gebäude würde zu keiner brauchbaren Verbesserung der Betriebsabläufe führen. Zudem ist eine kostendeckende Betriebsführung an zwei Standorten nicht möglich. Mit dem Ersatzneubau soll den Anforderungen des seit Anfang 2011 geltenden Pflegegesetzes entsprochen werden, welches die Gemeinde verpflichtet, geeignete Pflegeplätze anbieten zu können, damit die unter Umständen teuren Fremdplatzierungen Ausnahmefälle bleiben.

An der Gemeindeversammlung im Dezember 2009 gaben die Stimmberechtigten ihre Zustimmung zum Wettbewerbskredit für ein Wohn- und Pflegezentrum auf dem Areal Blumenrain. Ein Jahr später stimmten sie der Umzonung der Bauparzelle Blumenrain zu.

Im Januar 2011 wurde das Siegerprojekt „ESPARTOGRAS“ des Büros von Ballmoos Krucker Architekten AG, Zürich, der Bevölkerung vorgestellt. Das Projekt sieht die Realisierung von maximal 110 Pflegeplätzen mit der erforderlichen Infrastruktur und ein öffentlich zugängliches Restaurant sowie die Vermietungen an Dienstleister aus dem Gesundheitsbereich vor. Zu seinen besonderen Qualitäten gehört der schonungsvolle Umgang mit dem Landverbrauch, der Nachbarschaft und dem vorhandenen Baumbestand. Sowohl in Richtung des schönen und ruhigen Blumenrain-Quartiers, als auch zu den Wohnbauten auf Stadtzürcher Seite hin, lässt das Objekt respektvoll Raum. Die Fassade ist ringsum mit rankenden Pflanzen begrünt.
Der Gemeindeversammlung vom 22. Juni 2011 wird ein Kreditantrag über 3,95 Millionen Franken zur Genehmigung vorgelegt. Es sollen die Mittel freigegeben werden, damit das Wettbewerbsprojekt so weiter entwickelt werden kann, dass in einem ersten Schritt die Planungsunterlagen für das vom Kanton verlangte Gestaltungsplanver¬fahren erstellt werden können. Dafür wird nur ein kleiner Teil der beantragten Gelder verwendet werden. Nur wenn der Gestaltungsplan Zustimmung findet, werden in weiteren Schritten die Pläne für die Projektierung, das Bewilligungsverfahren und die Ausschreibungen erarbeitet. Für die Spezifizierung von Art und Umfang der erforderlichen Planungsarbeiten sowie für die Honoraransätze wurden die anerkannten SIA Normen verwendet.

Im weiteren Verlauf des Projektes werden die Stimmberechtigten im Dezember 2011 an der Gemeindeversammlung über den Gestaltungsplan entscheiden und voraussichtlich 2013 über den Objektkredit an der Urne abstimmen.

Vorgabe an das Planungsteam ist es, die Ausführung so zu planen, dass das neue Pflegezentrum einschliesslich des für Fremdvermietung vorgesehenen Attikageschosses mit einem Kostendach von insgesamt 56 Mio. Franken (50 Mio. Franken für das Heim und 6 Mio. Franken für das Attikageschoss) realisiert werden kann. Der von der Gemeinde vorfinanzierte Objektkredit wird über die Nutzungsdauer durch die in die Heimtaxe eingerechnete Mietzinskomponente sowie durch die Einnahmen aus der Fremdvermietung verzinst und amortisiert.

Die Parzelle des heutigen Wohn- und Pflegezentrums Am See ist Teil eines Legates von Heinrich Ernst. Nach dem Willen des Erblassers und dem damaligen Gemeindever¬sammlungsbeschluss sind die Mittel für ein Heim zu verwenden. Die Liegenschaft soll deshalb nach Bezug des neuen WPZ Blumenrain zwecks Teilfinanzierung des neuen Heims veräussert werden. Die Liegenschaft Beugi wird nach Bezug des Wohn- und Pflege¬zentrums Blumenrain in das Liegenschaftenportfolio der Gemeinde zur weiteren Nutzung zurückgegeben. Die Anschlussnutzung dieser Liegenschaft wird ausserhalb des Projektes WPZ Blumenrain im Rahmen der Zentrumsentwicklung definiert werden.

Weitere Informationen zum Alterskonzept und zum Siegerprojekt finden Interessierte auf der Homepage der Gemeinde, www.zollikon.ch, in der Rubrik „Leben im Alter“.